Drogenbeschreibungen:
Folgende Drogen wurden in der Ausgabe 4/00 in Form eines Randabsätzen vorgestellt. Im folgenden Kurzdarstellungen der wichtigsten Drogengruppen:
Alkohol
Cannabis
Ecstasy
Kokain
LSD
Meskalin
Opiate
Psilocybin
Weitere Informationen bietet der umfangreichen Drogenberichte der Europäischen Union, der Bundesregierung und des Landes Berlin
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Kokain
Herkunft & Geschichte:
-Extrakt aus den Blättern des Coca-Strauches, der im tropischen Südamerika und auf den indonesischen Inseln wächst
-vor ca. 5000 Jahren erste Coca-Anpflanzungen in den Anden Ecuadors, Genuß durch Kauen der Coca-Blätter
-auch heute noch sehr beliebte “Volksdroge” in Südamerika (rund 2,8 Mio. Cocainkauer in Peru)
-die erste Kokainwelle erreicht Europa gegen Ende des 19.Jh. - berühmter Nutzer des Stoffes ist Sigmund Freud, der sich durch den
Kokainrausch auch angeblich zu verschiedenen Werken (“Die Traumdeutung”) inspirieren läßt + Höhepunkt der Kokainwelle während des und nach dem ersten Weltkrieg in Westeuropa und den
USA
-bis 1903 enthält “Coca-Cola” Kokain, heute befinden sich in dem Getränk nur noch die Aromastoffe der Coca-Pflanze
Pharmakologie:
-Kokain setzt die Reizbarkeit der Nervenfasermembranen herab und bewirkt somit eine reversible Unempfindlichkeit für äußere Reize (deshalb
auch früherer Einsatz als Lokalanästhetikum)
-auf das Zentralnervensystem wirkt Kokain erregend; weitere Symptome: Pupillenerweiterung, Hervortreten der Augäpfel, Pulsbeschleunigung,
Appetitlosigkeit
-psychische Wirkung: Lähmung der anerzogenen Hemmungen (gesteigertes sexuelles Lustempfinden), erhöhter Bewegungsdrang, unaufhörliches
Reden, stark herabgesetzte Selbstkritik (“soziales Gift”), nach dem etwa bis maximal eine Stunde dauernden Rausch folgt ein starker Kater verbunden mit Depressionen, optischen
Halluzinationen
Zahlen:
-2,2% der 18-39-jährigen Westdeutschen haben mindestens einmal im LebenKokain konsumiert
-die Zahl der Kokainsüchtigen in Deutschland wird auf rund 100.000 Personen geschätzt
-1999 wurden 1979,1kg Kokain in Deutschland sichergestellt - 74,6% mehr als im Vorjahr!
LSD
Geschichte
-LSD wurde aus dem parasitsichen Pilz des Getreidekorns (Claviceps Purpurea) entwickelt
-1938 entdeckte Albert Hofmann die Verbindung von Lysergsäure und Diäthylamid.
-Sandoz vertrieb die zunächst LSD 25 genannte Verbindung von 1949 bis 1966 zur psychtherapeutischen Behandlung
-Als 1967 LSD in den USA unter Strafe gestellt wurde, gab es bereits eine große Anhängerschaft in der psychedelischen Bewegung – allen voran Timothy
Leary
Pharmakologie
-Lysergsäurediäthylamid ist das stärkste bekannte Halluzinogen. Die durchschnittliche Dosis beträgt 50µm.
-Der LSD-trip kennzeichnet sich durch vier Phasen: erste Phase mit Angstgefühlen und Schwindel (15-45min.); Rauschphase mit psychedelischen Effekten, beglückenden
Zuständen (1-8std.); Erholungsphase Abklingen der psych. Effekte und phys. Erschöpfung; Nachwirkungsphase mit Depressionen
-Starke psychische Abhängigkeit, Quertoleranz, keine körperliche Abhängigkeit
-Gefahr von dauerhaften psychologischen und neurologischen Störungen
-Gefürchtet für seine “flashbacks” und “bad trips”
Zahlen
-In der Gruppe der 18-39jährigen geben 2,1% (West) bzw. 0,8% (Ost – Verachtfachung seit 1990) mindestens einmal LSD genommen zu haben
-Die zahl der erstauffälligen Konsumenten von LSD hat sich 1999 im Verhältnis zum Vorjahr um 32,3% verringert
-Die Bundesdrogenbeauftragte bewertet LSD nur noch als Randerscheinung
Meskalin
Geschichte
-Bereits seit über 2000 Jahren ist den Zentral- und Südamerikanischen Indianern die berauschende Wirkung des Meskalinhaltigen Peyotl-Kaktus (Lophophora Williamsi)
bekannt.
-Die Kakteen wurden von den Inkas als göttliche Pflanzen verehrt und waren Bestandteil in verschiedenen Kulthandlungen
-Im 19 Jht. dehnte sich der Peyotl-Kult bis in den Süden der USA aus, wo bis heute noch immer Peyotl-Sekten christlicher Einfärbung existieren.
-Aldous Huxley (“Schöne Neue Welt”) beschrieb seine Selbsterfahrungen mit Meskalin in seinem Buch “Die Pforten der Wahrheit” (1954)
Pharmakologie
-Meskalin (Trimethoxyphenetylamin) wurde 1896 aus dem Peyotl isoliert und erlebte mit der “Beat Generation” in den 40er und 50er Jahren
-Wirkungsweise ähnlich dem LSD - es hat keinerlei medizinische Bedeutung
-psychische Abhängigkeit, Quertoleranz, keine körperliche Abhängigkeit
-Gefahr von dauerhaften psychologischen und neurologischen Störungen
Zahlen
-Meskalin spielt außerhalb kleiner Gruppen von Naturdrogenanhängern (hier als Peyotl) praktisch keine Rolle in Deutschland
-1999 wurde in der BRD ein Labor zur synthetischen Herstellung von Meskalin entdeckt
Opiate
Geschichte:
-schon vor 6000 Jahren Gebrauch als Rauschmittel im Zweistromland
-im antiken Griechenland war die Mohnkapsel Symbol des Schlafgottes Morpheus und des Totengottes Thanatos
-beliebtes Selbstmordgift im alten Rom
-im Mittelalter gelangt die Droge aus Europa über den Orient und Persien nach China - größte Verbreitung
-1000 Tonnen Opium sind auch der Grund für den Ausbruch des Opiumkrieges zwischen Großbritannien und China im Jahre 1839
-mit der Kolonie China als größtem Produzenten dieser Zeit gelangt Opium im 19.Jh. nach England und Frankreich und wird dort hauptsächlich
von den Arbeitern konsumiert, es ist sogar beliebter als Bier oder Schnaps
-berühmte Opiumkonsumenten: Edgar Allen Poe, Charles Baudelaire, Honore de Balzac, Picasso, William S. Burroughs, Hans Fallada und in den
letzten Jahrzehnten unzählige Stars der Musik-und Schauspielszene (David Bowie, Kurt Cobain, Robert Downey Jr., Rolling Stones ...)
Pharmakologie:
-Grundstoff ist der Saft der Kapselwand des Schlafmohns (Papaver somniferum)
-Opiate wirken im Gehirn auf spezifische Rezeptoren und haben hauptsächlich eine narkotische Wirkung (Einsatz in der Schmerztherapie und
der Anästhesie), wird aber von den Konsumenten auf Grund seiner Euphorie bewirkenden Effekte eingenommen
Zahlen:
-0,6% der 18-39-jährigen Westdeutschen haben zumindest einmal in ihrem Leben Heroin konsumiert (im Osten 0,1%)
-1998 starben 1812 Menschen am Konsum illegaler Drogen (vor allem Heroin in Kombination mit Kokain und Alkohol) - eine Steigerung
gegenüber dem Vorjahr um 8,2% (in Berlin um 28,1%!)
Psilocybin
Geschichte:
-die Azteken nannten den Teonanactal-Pilz Gottesfleisch, nur die hohen Priester durften ihn genießen um mit den Göttern in Verbindung zu treten, um zu wahrsagen oder
Kranke zu heilen
-die mexikanischen Indios pflegen den Pilzkult teilweise noch heute, obwohl er von den christlichen Eroberern und Missionaren bekämpft worden war
Biochemie:
-
-der südamerikanische Blätterpilz Teonanactal enthält Psilocybin (3-Indol-4-yl-dihydrogenphosphat) als Wirkstoff, er ruft Halluzinationen und Krampfanfälle
hervor
-Hoffmann stellte erstmals das Alkaloid Psilocybin synthetisch her, der Wirkstoff unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG), die Pilze selbst fallen nicht in das
BtMG
-in Deutschland gedeihen auch psilocybinhaltige Pilze wie z.B. der Heudüngerling und der Glockendüngerling auf Heu, Wiesen; Wald und Humusböden
-getrocknet können die Pilze auf verschiedene Arten konsumiert werden, z.B. als Tee, roh gegessen oder mit Tabak vermischt geraucht
Zahlen:
-1999 wurden in 806 Fällen 42,9 kg psilocybinhaltige Pilze sichergestellt, ein Vergleich mit Zahlen aus dem Vorjahr ist nicht möglich,
weil der Wirkstoff erst im Februar 1998 in das BtMG aufgenommen wurde
-40% der beschlagnahmten Menge wurde aus den Niederlanden importiert
Ecstasy
Herkunft & Geschichte:
-Ecstasy besteht aus einer Gruppe chemischer Verbindungen, die sich alle zu den Amphetaminen zählen lassen - MDA
(Methylendioxyamphetamin), MDMA (Methylendioxy-N-methylamphetamin) und MDE (Methyldioxy-N-ethylamphetamin)
-MDA und MDMA wurden zu Beginn des Jahrhunderts synthesiert und lange Zeit als Appetitzügler verwendet, MDMA wurde bis 1994 in der Schweiz
therapeutisch eingesetzt
-MDE wurde 1980 synthetisiert
-mit dem Aufkommen der Techno-und Housekultur Ende der 80er Jahre wurde auch der Ecstasykonsum immens populär
Pharmakologie:
-Ecstasy bewirkt eine Serotoninfreisetzung im limbischen System des Gehirns
-MDMA und MDA wirken ektagogen, d.h. sie fördern ein In-sich-Hineinversenken in die eigene Persönlichkeit und deren Probleme und erhöhen
die Kontakt-und Kommunikationsfreudigkeit
-auch Halluzinationen können durch Ecstasy erzeugt werden
-organische Symptome: Erhöhung des Blutdrucks und des Pulses, vergrößerte Pupillen, Hyperthermie, die zum Wasserverlust und Austrocknung
führen kann - häufigste Todesursache nach Ecstasykonsum ist ein Organversagen durch zu hohe Körpertemperatur!
-oftmals sind Ecstasypillen mit anderen Stoffen versetzt - Speed, LSD, Heroin, manchmal auch Rattengift - die die Gefahr enorm erhöhen,
eine lebensgefährliche Intoxikation zu riskieren
Zahlen:
-1997 haben 546000 Personen in Deutschland zumindest einmal Ecstasy eingenommen
-5% der 12-25-jährigen haben mindestens einmal in ihrem Leben Ecstasy konsumiert
Cannabis
Geschichte:
-erstmalige schriftliche Erwähnung vor fast 5000 Jahren im Arzneimittelbuch des chinesischen Kaisers Shen-Nung als Medikament bei Verstopfung, Rheuma,
Malaria
-seit 800 v.Chr. Verbreitung im indischen Raum zur Behandlung psychosomatischer Beschwerden, Bestandteil religiöser Riten, dort bis heute nicht verboten
-sehr populäre Rauschdroge im mittelalterlichen Orient (Märchen aus Tausendundeiner Nacht)
-Verbreitung in Europa erst durch napoleonische Soldaten nach dem Ägyptenfeldzug zu Beginn des 19.Jh., bevorzugter Konsum in Intellektuellenzirkeln (Baudelaire, Rimbaud)
Frankreichs
-Beginn des Siegeszuges von Cannabis in den USA durch Importe aus Mexiko am Anfang des 20.Jh., zu dieser Zeit noch hauptsächlich von der armen und schwarzen Bevölkerung
konsumiert
-seit Ende der 50er Jahre stetig zunehmender Verbrauch, vor allem unter Jugendlichen
-z.Zt. am häufigsten gebrauchte illegale Droge in Deutschland
Biochemie:
-Hanfpflanze “Cannabis sativa”: Grundstoff zur Herstellung der nicht körperlich abhängig machenden Drogen Haschisch und Mariuhana
-das Harz der Blüte, in dem der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) besonders hoch konzentriert ist, wird als Haschisch konsumiert, Mariuhana ist eine Mischung aus
getrockneten Blättern, Blüten und Zweigen der Cannabispflanze.
-hauptsächliche Wirkung auf den Serotoninspiegel im Gehirn, daraus folgen: Verlangsamung nervaler Vorgänge, Abnahme der Reizaufnahmegeschwindigkeit, der
Assoziationsgeschwindigkeit und der Orientiertheit
-organische Wirkung: Hemmung der Speichelproduktion, Erhöhung der Herzfrequenz, Erweiterung der Gefäße der Bindehaut (“Kaninchenaugen”), Heißhunger
Zahlen:
-etwa 20% der Erwachsenen zwischen 19 und 39 Jahren in Westdeutschland haben mindestens einmal in ihrem Leben Cannabis konsumiert (neue Bundesländer:
7,8%)
-Cannabis war 1998 nach Alkohol und Tabak dritthäufigster Anlass, Beratungs-und Behandlungsstellen aufzusuchen
Alkohol
Herkunft & Geschichte:
-Alkohol bedeutet im Arabischen “Etwas Feines”, ethymologische Verbindungen zu Augen-make up und Destillation (Schnaps-Auszug aus etwas Gröberen)
-Gebrauch ist seit jeher in nahezu jeder Gesellschaft üblich, einige islamische Länder u.a. leben allerdings abstinent
-in Nord- und Mitteleuropa war Bier bis zum 16. Jahrhundert ein Grundnahrungsmittel
-Herstellung durch Gärung und Destillation
Pharmakologie:
-chemische Bezeichnung Ethanol (C2H5OH, Abk. C2)
-auch zur Desinfektion, Konservierung und Anästhesie verwandt
-Aufnahme im Magen-Darm-Trakt
-Konstante Verstoffwechslung in Leber durch Alkoholdehydrogenase (ADH) u.a. Enzyme zu Essigsäure
-Zwischenprodukt Acetaldehyd verursacht Übelkeit, Herzrasen und Hitzewallungen
-Wirkungen: Euphorie, “Alkohol-Psychose”, Blutdruckanstieg oder –abfall, Harndrang, Aggressivität oder Passivität, Bewusstseinsverlust bis
Koma
-Häufigste Todesursache: Platzen von Krampfadern in der Speiseröhre (“Ösophagusvarizenblutung” nach Leberzirrhose infolge chronischem
Alkoholabusus)
Zahlen:
-Durchschnittlicher Jahreskonsum liegt bei ungefähr 11,5 l reinem Alkohol; im europäischen Vergleich liegt Deutschland auf einem der
vorderen Plätze
-laut WHO liegt die unbedenkliche tägliche Alkoholmenge bei 20 g für Frauen und 40 g für Männer; diese wird von 3-5% der weiblichen und
10-15% der männlichen Konsumenten überschritten
-15,2% der Männer bzw. 8,5% der Frauen in Deutschland sind laut Drogenbericht 1999 starke Alkoholkonsumenten, Tendenz
zunehmend!
-Spitzenwerte erreichen die 40-59 Jahre alten Männern in nahezu allen Getränkesorten
-Ca. 26% der 12-25jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen trinken Bier, 9% Wein, 7% Mixgetränke und 5% Spirituosen
-Männer bevorzugen statistisch Bier und Spirituosen, Frauen Wein und Sekt
-2-3% ˜ 1,6-2,4 Mio. Alkoholkranke in der BRD
-geschätzte 40.000 jährliche alkoholbedingte Todesfälle vs. 1000 Drogentote pro Jahr
-Sterblichkeit der Alkoholiker um 3-4fach erhöht, entsprechend geringere Lebenserwartung
Rauschgift: Haschisch
Rauschgift: Haschisch, Cannabis und Marihuana (Wirkstoff: Tetra-Hydro-Cannabinol >THC<Cannabisprodukte sind Drogen die aus Pflanzenteilen oder dem Harz des
indischen Hanfs gewonnen werden. Dazu zaehlen: Marihuana- getrocknete Pflanzenteile, Aussehen wie Tee oder Gras; Haschisch- kruemel-, pulverfoermig oder zu Platten gepresst, von gruener, roter,
brauner oder schwarzer Farbe; Haschischoel - (selten) schwarzbraunes Oel mit dem groessten Anteil am Wirkstoff THC)
Anwendung:
Cannabis wird seit vielen Jahrhunderten in fast allen Kulturen als Heilpflanze eingesetzt. Heute wird es bei AIDS, Krebs, Multiple Sklerose und dem gruenen Star benutzt.
In den meisten Bundesstaaten der USA ist der medizinische Einsatz von Marihuana erlaubt. Synthetisch zubereitetes THC darf verschrieben werden. Die appetitsteigernde Wirkung von Cannabis ist
nachgewiesen. Es wird deshalb auch zur Behandlung starken Gewichtsverlusts eingesetzt. Cannabis kann ebenso Uebelkeit, eine Nebenwirkung von Chemo- oder AZT-Therapie - und Schlafstoerungen mindern.
Cannabis wird in Form von Haschisch, Marihuana oder Haschisch-Oel gehandelt. Der THC-Gehalt ist sehr unterschiedlich: Haschisch-Oel enthaelt THC in der hoechsten Konzentration (25 bis 60%) und hat
die staerkste Rauschwirkung. Bei Marihuana ist er am geringsten, es wirkt deshalb schwaecher. Je nach Herkunft variieren bei den einzelnen Cannabissorten Farbe, Konsistenz und
Wirkstoffgehalt.
Als Rauschmittel werden Haschisch und Marihuana geraucht oder - entsprechend zubereitet - gegessen oder getrunken.
Wirkung:
THC ist einer der wichtigsten Bestandteile von Cannabis. Erst kuerzlich wurde entdeckt, dass der Koerper Cannabinoid-Rezeptoren (=Andockstellen) besitzt und selbst
cannabinoid-aehnliche Stoffe (Anandamine) produziert. Durch THC veraendert sich im Gehirn die Konzentration Serotonin. Serotonin ist ein Botenstoff (Neurotransmitter), der im limbischen System, dem
"Zentrum der Gefuehle", wirkt. Es ist zustaendig fuer die Informationsuebermittlung im Gehirn. Durch Cannabis steigt der Serotoninspiegel zunaechst an. Puls und Blutdruck koennen sich erhoehen, die
Pupillen werden weit, durch Erweiterung der Bindehautgefaesse erscheinen die Augen rot. Cannabis laesst Farben und Musik intensiver wahrnehmen und verstaerkt das koerperliche Empfinden. Es wird
deshalb haeufig zur Steigerung des sexuellen Erlebens genommen.
Gefahren:
Cannabis kann voruebergehend Herzklopfen, Blutdruckanstieg und Uebelkeit hervorrufen. Der Konsum von Cannabis kann eine Zuwendung zum Unbewussten bewirken. Es kann zu
einer Ueberflutung unbewusster Inhalte kommen, welche nicht verarbeitet werden koennen. Haeufiger Konsum kann dazu fuehren, dass man sich verstaerkt auf seine Innenwelt konzentriert. Die Folgen sind
Schwierigkeiten beim Bewaeltigen der aesseren Realitaet. Depressive Verstimmungen (wahrscheinlich durch den gestoerten Serotoninhaushalt hervorgerufen) koennen Interessenlosigkeit und "inneren
Rueckzug" bewirken. Bei Menschen mit psychatrischer Vorgeschichte oder latent vorhandenen Psychosen kann Cannabis einen Rueckfall bewirken und toxische (durch Vergiftung hervorgerufene ) Psychosen
ausloesen. Ihre Formen sind unterschiedlich, weisen aber aber meist einen gestoerten Bezug zur Realitaet und Verwirrung auf. Bisher wurde keine koerperliche Abhaengigkeit nachgewiesen. Bei haeufigem
Konsum kann eine psychische Abhaengigkeit eintreten.
Wichtig zu wissen:
THC lagert sich im Koerper ab und ist noch ca. drei Monate nach dem Konsum nachweisbar. In Deutschland gehoert Cannabis aufgrund § 29 Betaeubungsmittelgesetz zu den
nicht verkehrsfaehigen Betaeubungsmitteln. Haschisch hat sich laengst als Einstiegsdroge erwiesen.
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Rauschgift: Heroin
(Wirkstoff: Heoinhydrochlorid) Weisses, graeuliches oder beige-braunes Pulver, manchmal koernig wie Instant-Tee. Heroin ist in der wasserloeslichen Salzform und in der
besser verdampfbaren, rauchbaren Version als Heroinbase auf dem Markt. Vom Aussehen sind beide Versionen kaum zu unterscheiden.)
Wirkung:
Beruhigende, z.T. einschlaefernde, stark schmerzlindernde Wirkung. Unruhe und Angst werden eingeschraenkt. Bei manchen Menschen ruft Heroin dagegen bereits in kleinsten
Mengen Unruhe, Angst und Unwohlsein hervor. Im Heroinrausch fuehlt sich der Mensch losgeloest und gluecklich. Sein Selbstbewusstsein ist gesteigert, z.T. uebersteigert. Dadurch sind
Fehleinschaetzungen moeglich. Die Sinne gehorchen nicht mehr. Staerkste psychische Abhaengigkeit ist meist schon nach kurzer Zeit die Folge. Hierbei spielt es keine Rolle, ob das Heroin geschnupft
oder injiziert wird. Das bedeutet, dass auch das Schnupfen von Heroin suechtig macht!
Gefahren:
Mit dem Schwund der Leistungsfaehigkeit treten Konzentrationsschwierigkeiten auf. Kommt kein Nachschub, treten Entzugserscheinungen auf. Hierzu gehoeren unter anderem
Unruhe, Nervositaet, Schlaflosigkeit, Schuettelfrost, Schweissausbrueche, Erbrechen, Kraempfe und starke Schmerzen. Der Abhaengige wird reizbar, verstimmt, aggressiv und egozentrisch. Das
Willensleben wird stark eingeschraenkt und schliesslich nur noch auf das Suchtmittel ausgerichtet. Das soziale Empfinden schwindet. Wegen der starken Abhaeengigkeit ist dem Betroffenen jedes Mittel
recht, sich das Heroin zu beschaffen. Bei Dauermissbrauch zeigen sich Wahnideen, Verstimmungen, Verminderung der Initiative, zurueckgehendes Selbstvertrauen, Magen- und Darmstoerungen. Zuletzt tritt
voelliger koerperlicher Zerfall ein. Verkehrsuntuechtig. Ausserdem besteht bei nicht sterilen Spritzen Infektionsgefahr (Geschwuere, Gelbsucht, AIDS, Geschlechtskrankheiten). Bei Ueberdosierung:
Atemlaehmung und/ oder Herzschwaeche, die toedlich enden koennen. Heroin wird gewoehnlich mit anderen Stoffen vermischt angeboten. Hierbei kann der Kaeufer nie sicher sein, welche Mischsubstanzen dem
Dealer gerade zur Verfuegung stehen. Unter Umstae¤nden werden auch gar keine Streckmittel beigemischt, dann ist das Heroin hochprozentig und es kann zu toedlichen Ueberdosierungen
kommen.
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Rauschgift: Kokain
(Wirkstoff: Kokainhydrochlorid. Kokain wird meist geschnupft, seltener in Schleimhaeuten eingerieben oder gespritzt. Oft werden Schnupfbestecke benutzt, zu denen
Vorratsbeheltnis, Schnupfloeffel, Rasierklinge und Schnupfroehrchen gehoeren.Crack wird geraucht)
Anwendung:
drogen302Der Konsum von Koka hat eine sehr lange Tradition. Es wurde in Suedamerika
jahrhundertelang zur Leistungssteigerung der Arbeiter eingesetzt. In einigen Laendern des Subkontinents ist das Kauen von Kokablaettern auch heute noch
ueblich.Kokablaetter wirken jedoch erheblich schwaecher als das auf dem Markt gelandete Kokain. Mitte des 19.Jahrhunderts wurde in Oesterreich erstmals das Kokainhydrochlorid aus Kokablaettern
herausgeloest und zu medizinischen Zwecken verwendet. Sigmund Freud experimentierte mit Kokain und setzte es bei der Behandlung von Depressionen, Alkoholsucht und Morphiumabhaengigkeit ein. Ausserdem
entdeckte man, dass Kokain sich als Lokalanaesthetikum eignet. Coca Cola, Ende des 19.Jahrhunderts entwickelt, enthielt damals einen Auszug aus Kokablaettern, spaeter aber durch Koffein ersetzt. Das
aus der Kokapflanze gewonnene Kokain wird als weisses Pulver verkauft, das haeufig mit anderen Mitteln gestreckt ist (z.B. Milchzucker, Amphetaminen). Das marktuebliche Kokain hat keinen sehr hohen
Reinheitsgrad. Es wird entsprechend “aufbereitet” geraucht, gesnieft oder gespritzt. Kokain kann ueber alle Schleimhaeute aufgenommen werden
Wirkung:
Durch Kokain wird Dopamin (ein Neurotransmitter = Botenstoff) langsamer abgebaut, wodurch es zunaechst in hoeherer Konzentration vorhanden ist. Die Dopaminproduktion
selbst wird jedoch vermindert. Zugleich steigt die Konzentration des Botenstoff Neuradrenalin. Folgen sind erhoehter Puls, erhoehter Blutdruck sowie erhoehte Atemfrequenz. Gleich nach der Einnahme
von Kokain steigt das Selbstwertgefuehl enorm an. Man fuehlt sich fit, ist hellwach, geistig klar und energiegeladen. Kokain baut Hemmungen ab und regt die sexuelle Phantasie an. Die Wirkung haengt
jedoch stark von der seelischen Ausgangssituation ab und kann stark variieren.
Gefahren:
Der Konsum von Kokain kann zu Herzflattern und Atemnot fuehren. Je schneller Kokain in den Blutkreislauf kommt, desto hoeher ist die Gefahr der Ueberdosierung, welche
alsonicht nicht nur von der Dosis, sondern auch von der Aufnahmegeschwindigkeit abhaengt. Bei regelmaessigem, starkem Kokainkonsum nimmt das sexuelle Interesse ab. Es kann sogar zeitweise Impotenz
auftreten. Nach Abklingen der Wirkung (nach 15 - 60 Minuten) setzt eine Antiwirkung mit Unzufriedenheit, depressiven Gefuehlen und Angst ein. Oft versucht man, diese negativen Wirkungen mit einer
neuen “line” zu verringern. Das kann zu zwanghaftem, suchtartigem Gebrauch fuehren. Kokain macht zwar koerperlich nicht abhaengig (keine Toleranzentwicklung, keine koerperlichen
Entzugserscheinungen), jedoch psychisch, und zwar sehr schnell. Die Folge haeufigen Konsums ist ein allgemeiner koerperlicher Abbau. Staendiges Sniefen zerstoert die Nasenscheidewand. Es kann zu
Schlaganfaellen und Herzproblemen kommen. Psychische Probleme aeussern sich in akuten Angstanfaellen oder paranoiden Wahnvorstellungen, die zunaechst medikamentoes behandelt werden. Bei akuten
Notfaellen “psychischer wie koerperlicher Art” ist in jedem Fall aerztliche Hilfe notwendig.
“Speedball” ist ein Drogencocktail aus Kokain und Heroin. Die bewusstseinstruebende Wirkung von Heroin wird durch Kokain aufgehoben.
Wichtig zu wissen:
Kokain unterliegt dem Betaeubungsmittelgesetz. Besitz und Konsum ist illegal. Crack Freebase. Crack ist eine aus Kokain gewonnene Substanz (Kokainderivat) und wird
geraucht. Es wirkt erheblich staerker als Kokain. Die Wirkungszeit ist jedoch weitaus kuerzer (ca.3-5 Minuten). Crack besitzt ein viel hoeheres Suchtpotenzial als Kokain, weil Wirkung und Come-down
staerker sind. Die koerperlichen und psychischen Folgen aehneln dem Kokainkonsums. Crack wirkt ausserdem stark schaedigend auf die Lunge.
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Rauschgift: LSD
(Wirkstoff: Lysergsaeure-Diaethylamid, wirkt schon in Mengen von einem zehntausendstel Gramm und wird daher meist in Fluessigkeit geloest und tropfenweise auf Traeger
gebracht. Traeger koennen Zuckerstuecke, Fliesspapier, Tabletten, Pillen oder Kapseln sein, die geschluckt werden. Eine Aufnahme des Wirkstoffs ueber die Haut, z.B. durch anbringen von Klebebildern,
ist, obwohl dies in Flugblaettern immer wieder verbreitet wird, nicht moeglich.)
Anwendung:
LSD ist ein Halluzinogen. Es gilt auch als “psychedelische, die Seele oeffnende” Droge. LSD wird als Trip oral eingenommen. Halluzinogene (z.B. Peyote, ein mexikanischer
Kaktus, Wirkstoff Mescalin, oder Psilocybin, eine mexikanische Pilzart) werden seit altersher eingenommen, um das Bewusstsein zu veraendern. Die mexikanischen Indianer bezeichneten Psilocybin als
“Speise der Goetter” - ein Hinweis darauf, dass Halluzinogene urspruenglich bei ihren religioesen Riten zum Zweck spiritueller Erfahrungen eingenommen wurden. LSD wurde 1938 von einem Chemiker
entdeckt, als er das Mutterkorn erforschte. Mitte der 60er Jahre forschten Psychologen mit LSD. Sie nahmen an, dass sich damit bestimmte psychische Erkrankungen behandeln lassen. Von dieser Theorie
nahm man aber bald Abstand.
Wirkung:
Die chemische Zusammensetzung von Halluzinogenen aehnelt den koerpereigenen Stoffen, die fuer die Informationsuebermittlung im Gehirn zustaendig sind, wie dem Serotonin,
Dopamin und Noradrenalin. LSD vermindert vor allem die Ausschuettung von Serotonin und verstaerkt die Freisetzung von Noradrenalin. LSD wirkt bereits in sehr kleinen Mengen. Ein “Trip” enthaelt ca.
0,080 mg des Wirkstoffs und wirkt ca. 6-12 Stunden. Halluzinogene sprengen die Grenzen der normalen Sinneserfahrungen und loesen manchmal sogar die Ich-Grenzen auf. Deshalb wird ihnen
bewusstseinserweiternde Wirkung zugeschrieben. Akustische und visuelle Eindruecke werden stark intensiviert und verzerrt wahrgenommen. Mitunter werden Farben gehoert und Toene gesehen (Synaesthesie).
Die Erfahrungen bei einem “Trip” haengen sehr stark von der seelischen Verfassung und den Erwartungen des Konsumenten ab.
Gefahren:
Durch die veraenderte Wahrnehmung der Realitaet kann die Orientierung zusammenbrechen. Dabei kann es zu Angstzustaenden kommen. Sogar Wochen und Monate nach der Einnahme
koennen Nachwirkungen, sogenannte “Flashbacks” auftreten. Diese aeussern sich in Desorientierungserlebnissen und Angst. Besondere Gefahr besteht vor allem fuer Menschen mit psychischer Labilitaet:
durch das Aufbrechen des normalen Erlebens koennen akute Angstzustaende bis hin zu LSD-Psychosen ausgeloest werden. LSD soll, wenn schon, dann niemals allein und immer in einem geschaetzten Rahmen
konsumiert werden, weil sein Wirkung unberechenbar ist und es leicht zu “Horrertrips” kommen kann. Im Notfall beruhigend einwirkend zu demjenigen reden, hohe Dosen Vitamin C. Auf jeden Fall einen
Arzt rufen, der Tranquilizer geben wird.
Wichtig zu wissen:
LSD ruft keine koerperliche Abhaengigkeit hervor. Bei haeufiger Einnahme muss jedoch die Dosierung gesteigert werden, um die gleiche erwuenschte Wirkung zu erzielen. LSD
faellt in Deutschland unter das Betaeubungsmittelgesetz und somit ist Besitz und Konsum strafbar.
Wir wollen grundsaetzlich vor Gebrauch von Drogen jeglicher Art warnen. Die Gefaehrlichkeit aller Drogen ist hinreichend bekannt, so dass man bei Sucht schon in hohem
Masse von “Eigenverschulden” sprechen kann. Einmal probieren kann schon bei einem labilen Menschen Suchtverhalten ausloesen. Deshalb raten wir:
HAENDE WEG VON DROGEN JEDER ART! Jede Art von Drogen macht manchen abhaengig, ob koerperlich oder seelisch. Sie haelt nicht, was sie verspricht. Zuletzt nimmt sie Alles,
und macht suechtig (abhaengig). Sucht ist eine Gradwanderung am Rand des Todes.
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Gesellschaftsdrogen:
Droge: Alkohol
Droge: Nikotin
Droge: Sex (Nymphomanie, Sexsucht)
Gesellschaftlich anerkannte Drogen
Legale Drogen (...sogenannte Legale sind auch Drogen)
Wir nennen die Dinge beim Namen, damit Sie erkennen, was um sie herum vorgeht
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Droge: Alkohol
Alkohol als Gesellschaftsproblem
Alkoholismus zaehlt zu den groessten gesellschaftlichen Problemen in Deutschland. Jeder Deutsche konsumiert pro Jahr rund 10 Liter reinen Alkohol. Waehrend bei den
Erwachsenen der Trend vom Bier zum Wein geht, sind bei Jugendlichen Mixgetraenke aus Spirituosen und Limonade ("Alcopops") der Renner. Die Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren schaetzt die Zahl
der Alkoholkranken in Deutschland auf 2,5 Millionen. Alkohol hat schon zahlreiche Familien zerstoert. Jede sechste Kuendigung in Deutschland erfolgt auf Grund von Alkoholmissbrauch. Rund ein Viertel
aller Arbeitsunfaelle sind auf Alkoholkonsum zurueckzufuehren. Nicht zu vergessen sind Hunderte von Opfern im Strassenverkehr. Die wirtschaftlichen Kosten, die durch die Schaeden des Alkoholkonsums
verursacht werden, sind in Milliardenhoehe angesiedelt.
Trinken Sie zu viel?
Alkohol ist neben dem Rauchen das am weitesten verbreitete Suchtmittel. Eine Grenze, an der Genuss aufhoert und Sucht anfaengt, laesst sich nicht genau bezeichnen.
Maessiger und regelmaessiger Alkoholgenuss muss nicht in jedem Fall gesundheitsgefaehrdend sein. Man versucht die Abhaengigkeit daher durch mehrere Faktoren zu umschreiben.
Liegen drei oder mehr dieser Faktoren vor, spricht man von Alkoholabhaengigkeit:
* Zwang: Sie verspueren den starken Wunsch, Alkohol zu trinken.
* Kontrollverlust: Sie sind nicht mehr in der Lage, den Alkoholkonsum vernuenftig zu steuern.
* Entzugserscheinungen: Nach Absetzen oder Einschraenkung des Alkoholkonsums treten koerperliche Beschwerden auf.
* Gewoehnung: Sie benoetigen immer mehr Alkohol, um die urspruengliche Wirkung zu erreichen.
* Vernachlaessigung: Sie gehen nicht mehr Ihren Interessen nach oder wirken mit der Zeit ungepflegt.
* Anhaltender Alkoholkonsum trotz Gesundheitsschaeden: Sie trinken, obwohl aerztliche Untersuchungen eindeutig ergeben haben, dass Ihre Gesundheit in Gefahr
ist.
* Alkoholkonsum zu unpassenden Zeiten: Sie trinken waehrend der Arbeitszeit oder auch im Strassenverkehr Alkohol.
* Alkoholkonsum ohne Ruecksicht auf soziale Auswirkungen: Sie trinken weiter, obwohl Sie Probleme in der Familie haben oder der Alkohol der Grund fuer den
Arbeitsplatzverlust war.
alkohol
aufzaehlzeic_03Man unterscheidet auch zwischen unterschiedlichen Trinkgewohnheiten und deren Ursachen:
* Der Konflikttrinker (Alpha-Trinker) benoetigt groessere Mengen Alkohol nur in Konfliktsituationen.
* Der Gelegenheitstrinker (Beta-Trinker) trinkt nur zu bestimmten Anlaessen im Uebermass wie auf Festen oder im Urlaub. Er hat sonst keine Probleme mit
Alkohol.
Konflikt- oder Gelegenheitstrinker sind nicht alkoholabhaengig. Sie sind aber hochgradig gefaehrdet, alkoholabhaengig zu werden. Zu diesen beiden Gruppen gehoeren mehr
Menschen, als man gemeinhin denkt.
Unter den echten Alkoholabhaengigen unterscheidet man drei Gruppen
* Der suechtige Trinker (Gamma-Trinker) hat die Kontrolle ueber sein Trinkverhalten komplett verloren.
* Der Gewohnheitstrinker oder Spiegeltrinker (Delta-Trinker) muss sich laufend einen bestimmten Blutalkoholspiegel erhalten, um Entzugserscheinungen zu
vermeiden.
* Der Quartalstrinker (Epsilon-Trinker) braucht in unregelmaessigen Abstaenden Trinkexzesse - gefolgt von wochen- oder sogar monatelangen Zeiten der
Abstinenz.
Welche Konsequenzen hat ein erhoehter Alkohol-Konsum?
Uebermaessiger Alkoholkonsum macht abhaengig und schadet sowohl den Organen als auch der Psyche. Krankheiten, zu deren Entstehung Alkohol beitraegt,
sind:
* Leberentzuendung (Hepatitis)
* Fettleber
* Leberzirrhose
* Alkoholpsychosen, Nervenschaedigungen (Polyneuropathie)
* Kehlkopfkrebs
* Speiseroehrenkrebs
* Bauchspeicheldruesenkrebs
* Magenkrebs
* Leberkrebs
* Herzrhythmusstoerungen
* Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie)
* Bluthochdruck
Um Ihre Gesundheit nicht zu gefaehrden, sollten Sie Ihre persoenlichen Grenzen in Bezug auf den Alkoholkonsum daher genau kennen und einhalten. Beachten Sie, dass sich
durch Krankheit oder Stress das Gefuehl fuer diese Grenzen nach oben verschiebt, Sie also mehr trinken, als Ihnen gut tut.
Oft fuehrt Alkohol zu Problemen in Familie und Beruf. Zudem sollten Sie sich im Klaren darueber sein, dass Alkohol enthemmt. Sie werden dann viele Situationen falsch
einschaetzen. Wenn Sie Alkohol getrunken haben, sollten Sie daher beispielsweise nicht Auto fahren - auch dann nicht, wenn Sie das Gefuehl haben, dass es "nur ein Bier" war.
Wie koennen Sie den Alkoholkonsum kontrollieren?
* Achten Sie darauf, wie viel Sie trinken.
* Notieren Sie sich gegebenenfalls jedes Glas Alkohol in Ihrem Kalender.
* Ueberlegen Sie, wie Sie am einfachsten den Konsum reduzieren. Reden Sie darueber mit Ihrem Partner oder einem guten Freund.
* Trinken Sie keinen Alkohol am Arbeitsplatz.
* Trinken Sie nie alleine.
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* Ueberlegen Sie sich jeden Genuss eines alkoholische Getraenks ganz genau.
Diese Liste kann man jederzeit verlaengern. Schreiben Sie alle Vorschlaege auf, die Ihnen einfallen. Suchen Sie anschliessend die Vorschlaege heraus, die Ihnen wirklich
durchfuehrbar erscheinen und testen Sie sie. Nach einer Weile sollten Sie sich mit einem Freund oder Ihrem Partner zusammensetzen und ueber die gemachten Erfahrungen reden.
Wenn Sie es nicht alleine schaffen
Ihr Hausarzt oder eine Beratungsstelle helfen Ihnen, wenn Sie es nicht allein schaffen. Sie muessen nur den Mut aufbringen, sich und anderen einzugestehen, dass Sie
Ihren Alkoholkonsum nicht mehr unter Kontrolle haben.
Entzugserscheinungen
Schon die Entscheidung, weniger zu trinken, ist schwierig. Wenn Sie auch noch zitternde Haende, Schweissausbrueche, Unruhe oder andere Entzugserscheinungen bekommen,
wenden Sie sich am besten an einen Arzt. Er wird mit Ihnen zusammen Ihre Krankheit behandeln und versuchen, die Beschwerden zu mindern.
Wo koennen Sie mehr in Erfahrung bringen?
Ihr Hausarzt und oeffentliche Organisationen, Vereine und Beratungsstellen, die sich mit Alkoholismus beschaeftigen, informieren Sie gern. Wenden Sie sich vor allem an
Selbsthilfegruppen. Die aelteste und bekannteste Organisation sind sicher die Anonymen Alkoholiker. Hier erfahren Sie auch die Anschriften von lokalen Gruppen.
Prognose
Ohne Therapie ist die durchschittliche Lebenserwartung um 15 Jahre vermindert. Haeufigste Todesursache sind Selbstmord (15 Prozent aller Alkoholiker), Unfaelle,
Herzerkrankungen und Krebserkrankungen. Bei konsequenter Nutzung aller therapeutischen Moeglichkeiten koennen therapiewillige Patienten in etwa 70 prozent der Faelle rehabilitiert
werden.
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~ Hilfe in “christlichen Lebenshilfen” (ACL)
Droge: Nikotin
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Rauchen - die riskante Lust
(25. Mai 2000) Ein tiefer Zug an der Zigarette, Rauch fuellt die Lungen. Genuss oder Sucht? Vielen Rauchern diktiert ihr Koerper den regelmaessigen Griff zur
Zigarette.
Aus der Sicht der WHO (Weltgesundheitsorganisation) ist Rauchen sogar eine Krankheit, die sich wie eine Epidemie ueber den Globus ausgebreitet hat. Am blauen Dunst
sterben jeden Tag weltweit 10 000 Menschen. Makaberer Nebeneffekt: Raucher sind gute Steuerzahler und schaffen Arbeitsplaetze. 1999 flossen 22,8 Milliarden Mark aus ihrem Geldbeutel in die Kassen der
Bundeszollverwaltung. In der Tabak-Branche finden mehr als
11 000 Menschen ihr Auskommen. Doch zehnmal so viele Raucher sterben pro Jahr an den Folgen der Sucht. Entnehmen Sie unserem Dossier anlaesslich des Nichtraucher-Tages
am 31. Mai, welche Risiken das Rauchen birgt.
Lesen Sie, dass und wie Aufhoeren zu lernen ist und was Sie damit fuer Ihre Gesundheit tun.
Aktuell
* Die Epidemie in Zahlen: Schaetzungsweise 110 000 Todesfaelle sind jedes Jahr in Deutschland auf das Rauchen zurueckzufuehren. Zum Vergleich: 1 700
Abhaengige starben 1998 den Drogentod.
Ratschlaege
* Aufhoeren wirkt sofort: Wer vom Rauchen loskommt, mindert sein persoenliches Risiko, schwer zu erkranken oder fruehzeitig zu sterben, erheblich. Schon
einen Tag nach der letzten Zigarette beispielsweise sinkt das Herzinfarktrisiko.
* Tipps fuer Raucher: Es ist nie zu spaet, mit dem Rauchen aufzuhoeren. In unzaehligen Ratgebern finden Sie Tipps und Kniffe.
* Entwoehnungsmethoden, * Rauchentwoehnung fuer Risikogruppen, * Zyban - die Pille zum Aufhoeren
* Nie mehr rauchen - wichtige Tipps, * Wieder fit nach der Raucherkarriere
* Nebenwirkungen von Pille und Pflaster
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Teste dich selbst
* Testen Sie Ihre Nikotinabhaengigkeit
* Testen Sie Ihr Risiko, eine Herz-Kreislauf-Krankheit zu bekommen
Krankheiten
* Lungenkrebs, Erhoehter Blutdruck, Arteriosklerose, Angina pectoris, Herzinsuffizienz, Chronische Bronchitis
Beratung: Frage den Arzt
* Ploetzliches Stechen in der Brust
* Wie gross ist das Risiko eines Schlaganfalles bei Halsarterienstenose?
* Was tun bei hyperkinetischem Herzsyndrom?
* Beklemmungsgefuehle mit Atemnot
* Schmerzen in der Brust
Glimmstengel
Droge: Sex (Nymphomanie, Sexsucht)
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Was ist Nyphomanie?
Nymphomanie wird im Alltagsverstaendnis mit ungezuegelter sexueller Begierde gleichgesetzt. Frauen mit exzessivem Sexualtrieb werden gemeinhin als Nymphomaninnen
bezeichnet. Bei Maennern spricht man in diesem Zusammenhang von einem “Don-Juan-Komplex” oder “Satyriasis”. Der Wortteil "manie" weist allerdings darauf hin, dass die Betroffenen einem zwanghaften
Verhalten unterworfen sind. Wobei Manie medizinisch als eine schwere Form der Psychose definiert wird. Die wenigen zugaenglichen Zahlen lassen auf folgende Verteilung bei den Betroffenen schliessen:
70 bis 80 Prozent Maenner bzw. 20 bis 30 Prozent Frauen. Als prominentes Beispiel fuer einen sexsuechtigen Mann wird haeufig Michael Douglas genannt, der erfolgreich eine Therapie hinter sich
gebracht hat.
Frauen, auf welche die Definition der Nymphomanie zutrifft, sind staendig auf der Suche nach sexueller Befriedigung. Gleichzeitig sind sie aber meist nicht in der Lage,
einen Hoehepunkt zu erleben. Sie koennen haeufig keine innere Bindung zu dem jeweiligen Partner aufbauen. Sie stehen unter dem Zwang, immer neue Maenner suchen zu muessen, getrieben von der Hoffnung
nach sexueller Erfuellung.
Wie haeufig ist "Nymphomanie"?
Die "echte" Nymphomanie ist sehr selten. Oft werden Maedchen oder Frauen, die ihre Sexualitaet offen ausleben, ihre Wuensche nicht verbergen und bei der Partnerwahl die
Initiative ergreifen, unkorrekt als nymphoman, liebestoll bzw. verrueckt nach Maennern bezeichnet. So wurde im 19. Jahrhundert jede Frau, die ausserehelichen Geschlechtsverkehr hatte oder
masturbierte, der Nymphomanie bezichtigt. Obwohl sich seit damals die Moralvorstellungen wesentlich veraendert haben, werden auch heute noch Maedchen und Frauen, die sexuelle Erfahrungen machen
moechten, mitunter als Nymphomaninnen, Schlampen und Huren bezeichnet oder mit anderen diskriminierenden Ausdruecken bedacht. Nach wie vor wird diesbezueglich mit zweierlei Mass gemessen. Denn ein
Mann, der Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlecht sammelt, trifft eher auf Anerkennung als auf Kritik. Mann hat Verstaendnis dafuer, dass "Hoerner abgestossen" werden muessen. Nicht zuletzt auf
Grund der missbraeuchlichen Verwendung des Begriffs Nymphomanie, sollte dieser mit Vorurteilen besetzte Begriff tunlichst vermieden werden. Der "politisch korrekte" Ausdruck fuer dieses
Krankheitsbild lautet "Sexsucht".
Wann ist man sexsuechtig?
Von Sexsucht spricht man, wenn ein uebermaessig gesteigerter Geschlechtstrieb vorhanden ist. Wobei sich in diesem Zusammenhang die Definition von "gesteigert" schwierig
gestaltet. Vor allem in neuen Beziehungen ist der Wunsch nach sexuellem Beisammensein zumeist sehr ausgepraegt. Dieses voellig “normale Verhalten” hat jedoch definitiv nichts mit Sexsucht zu
tun.
Wird das Sexualleben hingegen nicht als befriedigend empfunden und manifestiert sich bei der Frau der Gedanke, daran sei ausschliesslich der Partner schuld, besteht die
Moeglichkeit, dass die Suche nach dem richtigen Mann und der Drang nach sexueller Befriedigung - die jedoch meist nicht erreicht wird - das weitere Leben bestimmen.
Welche Ursachen hat die Sexsucht?
Frueher wurde die Nymphomanie als organisches Leiden betrachtet und auch entsprechend behandelt - wie etwa durch Auflegen von Eisbeuteln auf die Genitalien, Ansetzen von
Blutegeln oder im schlimmsten Fall durch die Entfernung der Klitoris oder der Eierstoecke.
Die Ursache fuer Sexsucht gibt es nicht. Wie bei anderen Suechten auch kommen viele Einfluesse zum Tragen. Diese liegen im seelischen, soziokulturellen Bereich, genauso
wie in der Kindheit, in der Persoenlichkeit und Veranlagung begruendet. Innere Konflikte, Minderwertigkeitsgefuehle, gestoerte emotionale Beziehungen und die zwanghafte Suche nach Naehe koennen die
Sexsucht foerdern.
Sie beginnt schleichend - wie auch Alkohol-, Drogen- oder Spielsucht. Langsam steigert sich das Suchtverhalten, wodurch die persoenliche Freiheit zunehmend
eingeschraenkt wird. Bleibt die Sexsucht ueber einen laengeren Zeitraum bestehen, kann es zu gesundheitlichen Problemen sowie Persoenlichkeitsveraenderungen kommen. Die Anforderungen des normalen
Alltags koennen meistens nicht mehr erfuellt werden. Trotz der zahlreichen sexuellen Kontakte bleibt die eigene Isolierung bestehen und es kommt zu einem Leidensdruck. Um aus diesem Teufelskreis
ausbrechen zu koennen, ist in den meisten Faellen professionelle Hilfe durch Psychotherapeuten unabdingbar. Nicht zu vernachlaessigen ist auch, dass mit haeufig wechselnden Geschlechtspartnern das
Risiko von Infektionsuebertragungen steigt.
Therapie bei Sexsucht
Bestehen Zweifel darueber, ob eine Sexsucht vorliegt, ist als erster Schritt eine psychotherapeutische Beratung angezeigt. Dies gilt in jedem Fall, wenn ein zwanghafter,
lebensbestimmender Wunsch nach Sex und ein Unvermoegen, emotionale Bindungen einzugehen, vorliegen. Die Ueberweisung in kompetente Haende ist derzeit leider noch etwas schwierig, da die Zahl der
speziell dafuer ausgebildeten und in diesem Bereich erfahrenen Aerzte oder Therapeuten noch zu wuenschen uebrig laesst. Unter Therapeuten von Sexabhaengigen besteht Konsens darueber, dass eine
erfolgreiche Behandlung unbedingt ueber mehrere Jahre hinweg durchgefuehrt werden und eine intensive Psychotherapie beinhalten muss. Zentrale Themen sind dabei die sexuelle Lebens- und
Familiengeschichte, das sich Herantasten an einen eventuellen Missbrauch, die Erarbeitung der Rolle des Suchtmittels Sex, das Aushalten und Annehmen von Gefuehlen, das Gewinnen positiver
Selbsterfahrung und Selbstwertgefuehle. Es geht darum, dass der/die Betroffene wieder eine Beziehung zu sich finden kann und darauf basierend auch wieder bessere, gesuendere Beziehungen zu anderen
lebt.
HAENDE WEG VON DROGEN JEDER ART!
Jede Art von Drogen macht manchen abhaengig, ob koerperlich oder seelisch. Sie haelt nicht, was sie verspricht. Sie verspricht viel, und zuletzt nimmt sie Alles, macht
suechtig (abhaengig). Bitte machen Sie sich selbst nichts vor und versuchen Sie, jede Verharmlosung zu vermeiden.
Drogen
Ecxtasy
Ecstasy ist eine illegale, synthetische Droge und wird in Form von Pillen, Tabletten oder Kapseln verkauft, die dann geschluckt werden.
In den letzten Jahren ist es zu einer - vor allem bei Jugendlichen - weit verbreiteten Partydroge geworden.
- Wirkung: Zunächst nehmen Konzentrationsfähigkeit und Leistungsbereitschaft zu. Man fühlt sich wach und angeregt, fühlt eine größere Sympathie für sich und
andere, man ist extrovertierter, ausgelassener und offener. Körperliche Symptome sind eine Erhöhung der Körpertemperatur, das Blutdrucks und des Pulses sowie eine Vergrößerung der Pupillen. Übelkeit,
Mundtrockenheit, Verkrampfung der Kiefermuskulatur können Nebenwirkungen von Ecstasy sein. Gleichzeitig werden Schmerz, Hunger, Durst und Erschöpfung nicht mehr wahrgenommen.
In der Vergangenheit ist es in verschiedenen Ländern zu Todesfällen im Zusammenhang mit Ecstasy gekommen. Experten
gehen davon aus, dass dabei verschiedene Faktoren eine Rolle spielen: Überhitzung des Körpers - auch gefördert durch das lange und intensive Tanzen -, extremer Flüssigkeitsverlust, Einnahme einer
Überhöhten Dosis und gleichzeitige Kombination mit anderen Drogen.
Die Wirkungsdauer beträgt
gewöhnlich 2 bis 6 Stunden.
Unmittelbare Nachwirkungen des Ecstasy-Gebrauchs sind mit einem „Kater“
zu vergleichen: Müdigkeit, Motivationslosigkeit, Unkonzentriertheit, Appetitverlust, Depressionen, Angstzustände, Schlafstörungen. Häufiger und hochdosierter Konsum kann wahrscheinlich zu bleibenden
Hirnschäden führen.
Folgende Verhaltensweisen können auf einen erhöhten Ecstasy-Konsum
hinweisen:
- Appetitlosigkeit: bekannteste Nebenwirkung von Ecstasy, kann zu langsamen
Gewichtsverlust führen.
- Einschlaf- und Durchschlafstörungen: diese Störungen machen sich meist am
nächsten Morgen und auch noch Tage nach einem durchfeierten Wochenende bemerkbar.
-
Stimmungsschwankungen und Gefühlskälte: Oft fallen Ecstasy-Konsumenten nach einem Wochenende in ein depressives Loch
- Wechsel der Freundeskreises: Die alten nicht-konsumierenden Freunde kennt man von einem auf den anderen Tag nicht mehr.
- Fixiert auf Weggehen und Partyfeiern: Der Alltag erscheint grau, monoton und langweilig. Das Wochenende beginnt
meist schon am Donnerstag. Der Jugendliche ist nur noch selten zu Hause.
- Vernachlässigung der
Arbeit bzw. Schule: Der Jugendliche ist bedingt durch das exzessive Partyfeiern bis frühmorgens oft nicht in der Lage regelmäßig zur Schule bzw. zur Arbeit zu gehen.
- Hyperaktivität und Trancezustand: Der Konsument hat starken Bewegungsdrang, die Droge macht gesprächig. Oft aber
kann auch das Gegenteil beobachtet werden: Ecstasy-Konsumenten können auch stundenlang auf einem Stuhl sitzen und wie in Trance das wilde Treiben um sich herum beobachten.
ERSTE HILFE
Zittern, Schweißausbrüche, Zähne mahlen, Übelkeit und Angstgefühle können Anzeichen einer Überdosierung sein. Es ist sofort ärztliche Hilfe zu holen. Es
empfiehlt sich unbedingt auf Frischluftzufuhr zu achten. Lassen Sie die betroffene Person nicht allein: Streicheln, Zureden, Handhalten und Körperkontakt können hier viel bewirken. Bei
Kreislaufproblemen: Beine hochlagern, Kopf zur Seite und Frischluft zuführen: auf jeden Fall einer Erstickungsgefahr durch stabile Seitenlage vorbeugen.
LSD
LSD (= Lysergsäurediethylamid), halbsynthetisches Derivat der Lysergsäure, eines Bestandteils des "Mutterkorns"; dieser Pilz aus der Klasse der Askomyzeten befällt bevorzugt bestimmte Getreideähren
(z. b. Roggen und Mais).
- Konsumform: Als Rauschgift gibt es Wirkstoff in Tablettenform oder in Gelatine gelöst, die dann nach dem Aushärten in Stücke gestanzt wird. Er kann aber auch in Flüssigkeit gelöst und auf ein
saugfähiges Material (z. B. Zuckerstückchen, Löschpapier, Filzstücke, Papierbildchen. Die Formen und Symbole der sog. „Trips" wechseln ständig und sind bis zum Puzzle getarnt.
LSD wir über den Mund eingenommen und geschluckt („Trip einwerfen").
- Wirkungen: Im LSD-Rausch kommt es zu massiven Wahrnehmungsstörungen und Wahnerlebnissen. Dazu gehören Halluzinationen, Persönlichkeitsverlust, Sinnestäuschungen, Auflösung der Raum-Zeit-Beziehung
und das Gefühl, vom Körper losgelöst zu sein. Positive wie auch negative Gefühle und Empfindungen werden verstärkt, Tone werden „gefühlt“, Farben „geschmeckt". Besonders gefährlich sind die
Halluzinationen und die Krankhafte Selbstüberschätzung (z. B. Fenstersturz in dem Irrglauben „fliegen zu können"). Die Wirkdauer beträgt 8 bis 12 Stunden.
Chronischer LSD-Konsum führt zu starker psychischer Abhängigkeit und wirkt sich in der Regel persönlichkeitsverändernd aus und kann u. U. Schizophrenie und andere psychische Krankheiten
auslösen.
Canabis
Aus „Cannabis sativa" (Indischer Hanf) werden Haschisch und Marihuana gewonnen. Cannabis
ist eine der ältesten bekannten Drogen-Pflanzen der Menschheit und neben Alkohol die am weitesten verbreitet Rauschdroge überhaupt. Die Anbau und Produktionsgebiete reichen von den USA über Mexiko
und Zentralamerika, Südamerika und Afrika bis nach Südostasien.
Als Marihuana oder „Gras“ wird das Gemisch aus den getrockneten Blättern, Blüten und Stengeln der Pflanze bezeichnet, Haschisch wird aus dem
Harz der in Blüte stehenden weiblichen Cannabis-Pflanze gewonnen. Das Harz wird geknetet und zu biegsamen Platten gepresst, deren Farben von grün über rot bis braun und schwarz reichen
können.
- Konsumform: Üblicherweise wird Haschisch in Zigarettenform - der sogenannte „Joint“ - oder aus speziellen Pfeifen geraucht, seltener wird
es mit unterschiedlichen Speisen verarbeitet oder in Getränken wie Tee oder Kakao getrunken. Der berauschende Wirkstoff des Hanfs heißt Tetrahydrocannabinol - kurz THC. Der THC-Gehalt liegt bei 1 -16
%.
- Wirkung: Das Rauchen von Marihuana ruft ein euphorisches Gefühl hervor, man hält sich für intelligenter, brillanter, tiefsinniger. Die
kognitiven Prozesse sind jedoch in Wahrheit stark eingeschränkt: es kommt zu Denkstörungen, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Das Erinnerungsvermögen wird schlechter. als körperliche
Beeinträchtigungen fallen insbesondere Veränderungen in Mimik und Gestik, Bewegungsauffälligkeiten, Blutdruckabfall, Herzrasen, erweiterte Pupillen und Mundtrockenheit auf. Langzeitgebrauch kann zu
psychischer Abhängigkeit führen. Man beobachtet Passivität und Interessenlosigkeit, die Fähigkeit und Motivation zum Lernen ist stark eingeschränkt. Es besteht erhöhtes
Krebsrisiko.
Heroin
Heroin wird in mehreren Schritten aus Opium gewonnen (Opium ist der eingetrocknete Milchsaft der unreifen Schlafmohnkapsel).- Konsumform: Heroin wird in die Vene gespritzt, es wird geraucht oder auf erhitzter Alu-Folie inhaliert, seltener wird es geschnupft. Zum Injizieren wird es zuvor in einem geradegebogenen Löffel mit Ascorbinsäure oder Zitronensaft erhitzt und durch ein Stückchen Zellstoff (zumeist Zigarettenfilter oder ausgezupfte Tampons) gefiltert aufgezogen. Injektionsstellen sind in Arm, Handrücken, Füße, Hals. Der Konsument kann seinen Konsum 3 bis 6 Monate soweit einschränken, dass nicht täglich "geschossen werden muss. Maximal 1 Jahr gelingt es ihm, mit täglich einer Injektion auszukommen. Danach braucht er 3 - 4 Päckchen am Tag.- Wirkungen: Heroin hat eine stark betäubende und beruhigende Wirkung. Sämtliche Empfindungen wir Schmerz, Leeregefühl, Sorgen, Unwille, Angstgefühle werden kurzfristig blockiert und zugedeckt. Anfänglich beobachtet man eine starke Euphorie, das Selbstbewusstsein ist gesteigert.Sehr schnell kann Heroin körperliche und seelische Abhängigkeit erzeugen. Wird kein „Stoff" zugeführt treten Entzugserscheinungen auf. Akute Gefahren sind Bewusstlosigkeit (Ersticken an Erbrochenem), Atemlähmung, Herzschwäche mit Todesfolge insbesondere bei Überdosierung oder giftigen Beimengungen. Besondere Risiken sind Infektionen (Geschwüre AIDS, Hepatitis u. a. ) durch nicht sterile von mehreren Personen benutzte Spritzen, Leberschäden, Magen- und Darmstörungen. Bei Dauergebrauch ist ein Persönlichkeitsabbau feststellbar. Der Konsument wir reizbar, aggressiv, egozentrisch. Gehirnschäden können auftreten, ein Abmagerungsprozess bis hin zum körperlichen Verfall setzt ein.Entzugserscheinungen sind innere Unruhe, Schwitzen, Schlafstörungen, Schüttelfrost, Krämpfe, Fieber, Erbrechen, Durchfall.Folgende Indizien weisen auf Heroinkonsum hin:- überschminkte und auffällig verdeckte Einstichstellen nicht nur am Arm, Vernarbungen- abgerissene Zigarettenfilter, ausgefranste Tampons- Mitführen von Gürtel oder Kopftuch- Ruß vom Abwischen des Löffels- bläuliche Verfärbung an der Unterseite des Löffels von der Erhitzung- Hüllen von Injektionsnadeln, angerußte Alufolie, Rollen aus starkem Papier- nachlassende MerkfähigkeitKokain wird aus den Blättern des in Südamerika wachsenden Kokastrauches gewonnen. Die Blätter werden viermal im Jahr geerntet. Sie enthalten verschiedene Inhaltsstoffe, von denen das Kokain als Hauptwirkstoff extrahiert wird. Es ist als weises Pulver auf dem Markt.- Konsumform: Kokain kann geraucht, inhaliert oder geschnupft werden. Beim "schnupfen wird es über sog. Linien durch kleine Röhrchen in die Nase eingezogen. Es wird in seltenen Fällen auch gespritzt.- Wirkungen: Kokain wirkt auf das zentrale Nervensystem, es betäubt die Nervenzellen, macht sie gegen Reize unempfindlich. Zunächst wirkt es aktivitätssteigernd, euphorisch und enthemmend. Kälte-, Hunger-, Durst- und Müdigkeitsgefühle werden betäubt. Ein erhöhtes Kontakt- und Redebedürfnis wird hervorgerufen. Nach dem „Hoch", einem etwa einstündigen Kokainrausch, folgt in der Regel ein unangenehmes „Tief", man ist angespannt, müde und missmutig. das führt zu ständiger Steigerung der Tagesdosis.Die aufputschende Wirkung des Kokains kann in ein Kokaindelirium münden mit Bewusstseinsstörungen, ausgeprägter Aggressionsneigung und Halluzinationen. Im weiteren Verlauf stellen sich häufig Magenschmerzen, Muskelschmerzen, Reizbarkeit, Depressionen, Angst- und Panikzustände sowie Kreislaufstörungen ein.Kokain hat ein sehr hohes psychisches Abhängigkeitspotential. Dauernd hohe Dosierungen führen zu tiefen Depressionen, Verfolgungswahn, Halluzinationen, Gehirnschäden, Abmagerung. Bei Überdosierung besteht die Gefahr einer tödlichen Atemlähmung und/oder Herzschwäche. Durch das Kokain-Schnupfen kann die Nasenscheidewand angegriffen werden.Schnüffelstoffe und LösungsmittelGrundlage der Schnüffelstoffe sind in der Regel lösungsmittelhaltige Artikel aus dem Haushalts- und Bastelbereich, angefangen von Sprays und Nagellacken über Filzschreiber, Klebstoffe und Lacke bis hin zu Entfrostern, Insektenvertilgungsmitteln und Benzin. Diese Lösungsmittel bestehen aus leicht flüchtigen Kohlenwasserstoffen oder Alkoholen. Die meisten verdunsten bei normaler Zimmertemperatur.Da die Artikel überall erhältlich und relativ billig sind, besteht die Gefahr, dass sie gerade von Jugendlichen als Rauschmittel missbraucht werden.- Konsumform: Schnüffelstoffe werden inhaliert, dazu werden die lösungsmittelhaltigen Substanzen entweder in Plastiktüten gefüllt und eingeatmet oder über getränkte Tücher aufgenommen.- Wirkungen: Beim Inhalieren setzt ein kurzer Rausch ein, der durch erneutes Einatmen wiederholt werden kann. Zunächst zeigt der Körper Abwehrreaktionen wie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Erst danach erfolgt der eigentliche Rausch mit gesteigerten Sinneswahrnehmungen und Hochstimmung.Akute Risiken des Missbrauchs sind Atemstörungen, die Gefahr der Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle und Herzrhythmusstörungen. Regelmäßiges Schnüffeln kann zu erheblich psychischer Abhängigkeit und schweren körperlichen und seelischen Schäden führen: Verbrennungen und Verätzungen der Atemwege, spastische Lähmungen, Organschäden; längerer Konsum führt zur Demenz (Verblödung). Bei zu hoher Dosis kann Bewusstlosigkeit und Atemlähmung mit Todesfolge auftreten.
Als Sucht bezeichnet man im allgemeinen, das Verlangen nach einer bestimmten Handlung, was nicht
zwingend die Einnahme einer Substanz sein muss. Gründe für die Entwicklung einer Sucht gibt es viele. Im allgemeine sind Personen mit psychischen Problemen und sozialen Kontaktschwierigkeiten
besonders anfällig für Suchterscheinungen. In erster Linie gibt es dafür zwei Ursachen. Zum einen können viele - vor allem sedierende - Substanzen zu einer vorübergehenden innerlichen Lösung und
Milderung von Depressionen führen, was die Bildung einer klassischen psychischen Abhängigkeit begünstigt. Zum anderen ist nicht zu vergessen, dass eine Sucht auch eine gewisse Sicherheit gibt und
somit unbewusst erwünscht sein kann. In diesem Fall spricht man von eine "Sucht nach der Sucht".
Suchterscheinungen können also für den Betroffenen auch - subjektiv bzw. unterbewusst -positive Aspekte aufweisen. Oft ist es auch Gruppenzwang der zur Bildung einer "sozialen Abhängigkeit"
führt. Dabei ist der Begriff Abhängigkeit auch als direkte Abhängigkeit zu verstehen, da immer wieder soziale Kontakte allein auf die Einnahme verschiedener illegaler Substanzen zurückzuführen sind.
Gerade Menschen, die sonst gewisse Kontaktprobleme haben, können durch das gemeinsame Problem der Beschaffung und alle weiterer Dinge, die mit der Illegalität und der Einnahme verschiedener Drogen
zusammenhängen, plötzlich ein vermeintlich loyales Umfeld gewinnen. Dass es sich dabei um Zweckfreundschaften handelt wird meist verdrängt, sodass sich die betreffenden Personen - bewusst oder
unbewusst - in eine Sucht steigern, die mitunter gar nicht in dem Ausmaß vorhanden ist, wie es den Anschein macht.
Psychische Abhängigkeit
Bezogen auf Drogen handelt es sich spätestens dann um eine psychische Abhängigkeit, wenn sich der Betroffene nur mehr nach der Einnahme eine bestimmten Substanz wohl fühlen kann. Eine besonders
hohe Gefahr psychisch abhängig zu werden besteht bei allen Drogen die positiv in den Gemütszustand eingreifen. Die anfangs verbesserte Stimmung wird zunehmend zum Normalzustand und beim Nachlassen
der Wirkung bleiben Depressionen und Ängste zurück, die durch eine neuerliche Einnahme wieder. Eine wichtige Komponente bei der psychischen Sucht ist das Wissen des Konsumenten, dass seine schlechte
psychische Verfassung direkt auf das Nachlassen der Wirkung der von ihm eingenommene Droge zurückzuführen ist. Erfahrungen mit dem medizinischen Einsatz von Morphin haben gezeigt, dass sich das
Absetzen nach einer reinen Schmerzbehandlung um ein vielfaches leichter gestaltet, als der Entzug nach rein hedonistischer Einnahme.
Physische Abhängigkeit
Eine physische bzw. körperliche Abhängigkeit liegt vor, wenn beim Absetzen eine Substanz körperliche Entzugserscheinung auftreten. Diese können vor allem Schwitzen, verschiedenste Schmerzen und
Krämpfe sein. Grund für das Auftreten dieser Entzugserscheinungen sind körperliche Veränderungen, die bei wiederholter Einnahme verschiedener Substanzen eintreten können. Dabei lernt der Körper durch
gewisse Gegenregulationsmechanismen mit der Intoxikation umzugehen. Folge ist, dass der Rausch immer mehr zum Normalzustand wird und beim Absetzten gewisse Empfindungen, die durch die Droge auf
neurochemischem Weg unterdrückt werden, wie Schmerz oder Angst, vermehrt empfunden werden.
Suchtpotentiale
Zu einer körperlichen wie auch psychischen Abhängigkeit führen unter anderem alle Opiate, viele Schmerz- und Beruhigungsmittel und Alkohol.
Keine körperliche aber eine starke psychische Abhängigkeit lösen Kokain und Amphetamine aus.
Keine körperliche aber eine leichte bis mittelgradige psychische Abhängigkeit kann durch Einnahme von MDMA oder Cannabis entstehen.
Weder psychisch noch körperlich abhängig machen die Klassischen Halluzinogene LSD, Meskalin und Psilocin.
Obwohl Modeströmungen, die eng mit dem Drogenkonsum verbunden waren, längst passé sind, wächst der Drogenkonsum weiter. Mitte der achtziger Jahre gab es nach Jahren der Stagnation einen
dramatischen Anstieg, und zwar bei allen wichtigen Rauschgiften, namentlich aber bei künstlichen, sogenannten Designerdrogen. Die Situation ist insbesondere bei Heroinsüchtigen bedrohlicher geworden,
da durch Mehrfach-gebrauch von Injektionsnadeln die Gefahr einer HIV-Infektion sehr groß ist.
Die wichtigsten Rauschgifte
Haschisch. Wird aus dem harzigen Sekret der weiblichen Pflanze des indischen Hanfs gewonnen. (Aus ihren getrockneten Blättern, Stengeln und Blüten gewinnt man Marihuana.) Haschisch wirkt
auf das vegetative Nervensystem. Es kommt zu einem Gefühl der Entspannung und einer leichten Euphorie. Alle Sinnes-wahrnehmungen werden intensiver empfunden und die Zeitabläufe scheinen sich zu
verlangsamen. Bei erhöhter Dosis treten Unruhe und Halluzinationen auf. Haschisch erzeugt keine körperliche Abhängigkeit, aber die Gewöhnung an die angenehme Entspannung kann zu seelischer
Abhängigkeit führen. Es ist für Abhängige härterer Drogen häufig der Einstieg, allerdings haben 75 Prozent aller Haschischkonsumenten später kein anderes Rausch-gift mehr genommen.
LSD. Abkürzung für Lysergsäurediethylamid. Wird künstlich hergestellt und oral eingenommen. Es hat halluzinierende Wir-kung, wurde vor allem in der Hippiekultur mit dem Ziel der
Bewußtseinserweiterung konsumiert. Führt unter Umständen zu schizophrenieähn-lichen psychotischen Zuständen, deren akustische und optische Halluzinationen zum Teil beängstigende Inhalte haben. Es
kann Schäden am Erbmaterial führen und der Einstieg für Heroin sein.
Heroin. Wie medizinisch genutztes Morphin ein Abkömmling des Rohopiums, das durch Anritzen unreifer Fruchtkapseln des Schlafmohns gewonnen wird. Heroin ist ein
halbsynthetisches Morphinderivat (Diacetylmorphin), das Ende vorigen Jahrhunderts zur Schmerzlinderung für die Medizin entwickelt wurde. Nachdem man erkannte, wie schnell es abhängig macht, wurde es
nicht mehr als Arzneimittel eingesetzt. Heroin wirkt auf das Zwi-schenhirn, indem es Lust erzeugt und Schmerzen dämpft. Sehr schnell tritt ein Zustand seelischen Glücks und Unbeschwertheit ein, das
Gefühl, alle Alltagssorgen weit hinter sich zu lassen. Heroin macht schnell süchtig, in manchen Fällen schon beim ersten Versuch. Der Körper gewöhnt sich rasch an das Rausch-gift, weshalb die Dosis
ständig erhöht werden muß, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Bleibt der Nachschub aus, treten Entzugserscheinungen auf: starke Unruhe, Nervosität, Zittern, Schüttelfrost, Schweißausbrüche,
Erbrechen und starke Schmerzen. Da bei erneutem Heroinkonsum nicht nur die Schmerzen schwinden, sondern zugleich ein großes Glücksgefühl eintritt, ist die psychische Abhängigkeit äußerst
hoch.
Kokain. Kommt als natürlicher Wirkstoff im südamerika-nischen Coca-Strauch vor. In den Handel gelangt es als weißes Pulver, das zu mindestens 75 Prozent mit Milchzucker oder
anderen Stoffen gestreckt wird. Kokain wird meistens geschnupft. Es erzeugt ein euphorisches Glücksgefühl, das nach etwa einer Dreiviertelstunde in einen Zustand der Benommenheit und schließlich in
eine ernüchternde, nieder-geschlagene Stimmung übergeht. Dieser Absturz weckt ein erneutes Verlangen nach Kokain. Auch an Kokain gewöhnt sich der Körper, so daß er immer höhere Dosen benötigt.
Entscheidend für ihr Suchtpo-tential ist jedoch die psychische Abhängigkeit.
Crack. Entsteht aus Kokain, indem es mit Backpulver und Wasser zu hitzebeständigen kleinen weißen Klümpchen verbacken wird. Sie werden in speziellen Pfeifen geraucht, wobei
sie krachend zerplatzen (daher der Name Crack). Es wirkt innerhalb weniger Sekunden auf das Gehirn und schädigt die Nerven auf Jahre. Nicht selten sind tödliche Schädigungen von Atem- und
Kreislaufsystem die Folge. Es ist die Droge mit dem höchsten Todesrisiko.
Ecstasy: Pillen, die auf dem 1912 entdeckten Wirkstoff 3,4-Methylendioxyn-N-Methylamphetamin (MDMA) beruhen. Wurde als Medikament (Appetitzügler) entwickelt, hat sich aber
nicht bewährt. Seit 1965 ist die aufputschende Wirkung bekannt. Ec-stasy hat sich ab 1986 in Deutschland als Droge mit dem sanften Kick in der Discoszene verbreitet, insbesondere im Zusammenhang mit
der Technowelle. Bereits 13jährige nehmen die Pillen, um lange Disconächte durchzuhalten, die meisten Konsumenten sind zwischen 18 und 25. Gesundheitliche Folgen bei regelmäßigem Gebrauch sind
Depressionen, Schlafstörungen, Nervosität, Nie-renschmerzen und wahrscheinlich auch Hirnschä-digungen. Die ersten Todesopfer gab es bei uns im Frühjahr und Sommer 1995.
Während vor dem zweiten Weltkrieg Drogensucht vor allem bei Medizinern und Apothekern verbreitet war, findet sich die Mehrzahl der Süchtigen heute unter Jugendlichen. Die meisten von ihnen
stammen aus zerrütteten Familienverhältnissen. Sie waren überwiegend verständnislosen und rigiden Erziehungs-maßnahmen ausgesetzt. Sie suchen frühzeitig den Anschluß an eine Szenekultur, in der mit
Drogen experimentiert wird. Die alterstypische Experimentierfreude und Neugier fördert das Ausprobieren. Doch auch „normale" Kids greifen zu Drogen, wenn sie mit einer bestimmten Szene in Berührung
kommen. Sich den Stoff zu beschaffen, stellt die Teenager selten vor Probleme. Die üblichen Aufklärungs-kampagnen nehmen auf die tatsächlichen Befindlichkeiten der Heranwachsenden wenig Rücksicht.
Hanisch und Hermanns berichteten in ihrem Buch „Kampf um die Seele" von einer Befragung bei Gymnasiasten. 55 Prozent von ihnen waren neugierig zu erfahren, wie Drogen auf sie wirken. Als bei einer
gründlichen Aufklärungsaktion alle Risiken des Drogenkonsums detailgetreu geschildert wurden, wollten hinterher gar 64 Prozent die Drogen probieren.
Verfügbarkeit der Droge und die Vorbildwirkung der Gruppe sind entscheidend, ob tatsächlich ein Versuch mit dem Rausch-gift gemacht wird. Mit dem einen Versuch kann bereits
die Abhängigkeit eingetreten sein. Die Schritte zum Entzug sind die gleichen wie beim Alkoholismus. Zuerst muß der Süchtige gezwungen werden, seine Abhängigkeit einzugestehen. Das ist einerseits
leichter als beim Trinker, weil der Süchtige sich seine Abhängigkeit längst selbst eingestanden hat, andererseits aber schwerer, da er sich meist von allen sozialen Kontakten außerhalb seiner Szene
abkapselt und die strafrechtlichen Folgen des Drogenkonsums fürchtet. Die Erfolgsaussichten sind am größten, wenn der Süchtige mit seiner Subkultur bricht und von sich aus Hilfe sucht. Nicht wenige
Suchtkranke entschließen sich erst dann zu einem Entzug, wenn sie durch eine Haftstrafe ernsthaft in Schwierigkeiten geraten sind. Die Zahl der Klinik-plätze ist weitaus geringer als die Zahl der
Süchtigen, aller-dings ist es auch möglich, außerhalb der Klinik den Entzug erfolgreich zu beenden – meist indem der behandelnde Arzt die Ersatzdroge Methadon verabreicht. Methadon ist wie Heroin ein
Opiat, hat aber nicht seine euphorisch machende Wirkung. Es verhindert die Entzugserscheinungen, die beim Absetzen von Heroin auftreten. Da Methadon selbst süchtig macht, muß es nach einigen Wochen
allmählich reduziert werden.
Seit wenigen Jahren wird ein neues Anti-Drogen-Medikament mit Namen Naltrexon angewendet, das in einer Art Roßkur - begleitet von schweren Krämpfen, Bewußtseinsverlust,
Einnässen und Einkoten - einen Entzug binnen weniger Tage ermöglicht. Es wirkt bei Opiaten – also Heroin – und muß nach erfolgtem Entzug alle drei Tage neu eingenommen werden. Da viele Abhängige sich
daran nicht halten, sind psychothera-peutische Betreuung und enge soziale Kontakte unabdingbar. Gegen psychische Abhän-gigkeit (zum Beispiel bei Kokain) hilft manchmal, ein stärkere Belohnung in
Aussicht zu stellen, als die Droge sie bietet. In den USA bekamen Süchtige, die bei jedem Urintest kokainfrei waren, mehr Geld. Zwei Drittel blieben auf diese Weise ein halbes Jahr drogenfrei,
während bei einer herkömmlichen Thera-pie die gleiche Anzahl Entziehender nach sechs Wochen bereits wieder rück-fällig wurde.
Da nur eine kleine Minderheit Drogensüchtiger auf Dauer clean wird, kommt es sehr auf das soziale Umfeld an, ob eine Entzug gelingt. Das sind insbesondere:
· Kontaktabbruch zur Drogenszene
· geregeltes Erwerbsleben
· stabile soziale Bindungen, insbesondere eine stabile Partnerschaft
alkoholkrank
Abhängigkeit
Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, die Begriffe “Sucht” und “süchtig” nicht zu benutzen, weil diese zu unklar sind. Empfohlen wird der Begriff der
“Abhängigkeit”.
Laut ICD-10 (die medizinische Internationale Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation) liegt
eine Alkoholabhängigkeit (Alkoholabhängigkeitssyndrom) vor, wenn mindestens drei der folgenden Krterien auftreten:
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-Starker Wunsch oder eine Art Zwang zum Alkoholkonsum
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-Verminderte Kontrollfähigkeit bzügl.
Beginn, Beendigung und Menge des
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Alkoholtrinkens, d.h.
“Kontrollverlust”
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-Körperliche Entzugssymptome bei Beendigung oder Reduktion des Konsumes (z.B.
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-Zittern, Schweißausbrüche, Unruhe, Angstzustände, Übelkeit, Schlafstörungen,
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Krampfanfälle, Halluzinationen
etc.)
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-Toleranzsteigerung des Körpers, d.h. Gewöhnung des Körpers an den Alkohol, so dass
die
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Trinkdosis gesteigert werden muss, um die gleiche Wirkung zu erzielen
#
-Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen und Vergnügen, d.h. mehr Denken
#
und Zeitaufwand bezügl. Konsum und Beschaffung sowie zur Erholung von den Folgen
#
-Anhaltender Alkoholkonsum trotz schädlicher Folgen (z.B. Leberschäden, Depressionen,
#
psychosoziale Folgen).
Die psychische/seelische Abhängigkeit ist v.a. durch den Kontrollverlust, den zwanghaften Drang und die Zentriertheit des
Denkens an den Alkohol gekennzeichnet.
Die physische/körperliche Abhängigkeit erkennt man an der Unfähigkeit zur Abstinenz, körperlichen Entzugssymptomen und der
zunehmenden Alkoholtoleranz mit Steigerung der Trinkmenge.
Es kann eine psychische oder eine physische Abhängigkeit vorliegen oder eine Kombination von
beidem.
Ursachen
Monokausale Erklärungsansätze, die nach einer Ursache suchen, gelten heute als wiederlegt. Die heutige Wissenschaft geht von
einem multimodalen, multifakoriellen Bedingungsmodell aus, d.h. mehrere Ursachen müssen zusammen kommen, damit sich eine Alkoholabhängigkeit entwickelt.
Biomedizinische und biogenetische Untersuchungen haben durch Zwillings- und
Adoptionsstudien ergeben, dass genetische Faktoren eine Prädisposition bzw. Anfälligkeit (“Vulnerabilität”) für Alkoholismus mit sich bringen. Ausschließlich vererbt wird die Suchterkrankung
allerdings nicht.
Allgemein werden drei Faktorengruppen des Bedingungsgefüges beschrieben:
Droge
Sozialfeld Individuum
In neuerer Zeit wird von einem bio - psycho - sozialen Bedingungsmodell ausgegangen: Biologische, psychologische und soziale
Faktoren wirken unterschiedlich zusammen und können in einer bestimmten Kombination zur Alkoholabhängigkeit führen.
Dieses mulitfaktorielle Ursachenbündel impliziert, dass jeder Alkoholkranke seine “eigenen” individuellen Ursachen heraus
bekommen muss. Und auch die Behandlung sollte multifaktoriell ausgerichtet sein und die verschiedenen Bedingungsfaktoren des Alkoholabhängigen berücksichtigen.
Als typische Auslöser für den Alkoholkonsum gelten:
Alkohol erleichtert den Kontakt
Alkohol entspannt
Alkohol wird als “Schlafmittel” oder “Schmerzmittel” eingesetzt
Alkohol macht mutig
Alkohol macht locker und gesellig
Alkohol inspiriert, macht kreativ und aktiv
Alkohol bekämpft negative Gefühle (z.B. Angst, Depression, Langeweile)
Diese Auslöser sind der Grund dafür, warum viele Menschen gerne Alkohol trinken. Die Wirkung des Alkohols ist lange Zeit
positiv, bis nach jahre- bzw. jahrzehntelangem Gebrauch Probleme und Folgeschäden auftreten können.
Über den Gebrauch kommt es dann bei bestimmten Menschen zum Missbrauch und dann schließlich zur
Abhängigkeit.
Verlauf
Der amerikanische Forscher Jellinek beschreibt verschiedene Phasen der Alkoholabhängigkeit:
Prodromalphase (Vorphase)
Gelegentliches Erleichterungstrinken, Erhöhung der Alkoholtoleranz mit Steigerung der Trinkmenge, heimliches Alkoholtrinken,
häufiges Denken an Alkohol, Schuldgefühle, Vermeidung von Gesprächen über Alkohol
Kritische Phase
(Zeitweiser) Kontrollverlust über die Trinkmenge, Entschuldigungen für das Trinkverhalten, Aggressionen, Ärger mit
Partner/Freunden/Arbeitgeber, Einlegen von Zeiten der Alkoholabstinenz (Tage oder Wochen), Fallenlassen von Freunden und anderen Interessen, Selbstmitleid, grundloser Unwille, großspuriges Benehmen,
Vernachlässigung der Ernährung, regelmäßiges und auch morgendliches Trinken
Chronische Phase
Verlängerte Alkoholräusche, ethischer Abbau und Trinken mit Personen “unter dem eigenen Stand”, körperliche Schäden und die
Alkoholtoleranz (Alkoholverträglichkeit) nimmt wieder ab, undefinierbare Ängste, Zittern und psychomotorische Störungen, Zusammenbrüche, ggf. Delirium, Versagen des
“Erklärungssystems”
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